Tsa moliere

Molière

Eine Stückentwicklung des Theaters der Stadt Aalen | Sommertheater

Ausstattung Ana Tasic

Seine Laufbahn bietet Stoff für eine hemmungslose Liebeserklärung an das Theater und seine unerfüllten Träume, zeugt vom Glück des Augenblicks und der Qual der Wirklichkeit und inspiriert die Menschen vor, auf und hinter der Bühne nach wie vor: Molière. Mit einer Wandertruppe und Pferdekarren in der Provinz unterwegs, buhlt der junge Molière – immer am Rand der Pleite – mit Possen und Zoten um die Publikumsgunst. Er wird vom Bruder Ludwigs XIV. entdeckt und an den Hof des „Sonnenkönigs“ geholt. Dort baut er die Werke mit Hilfe seiner Lebensgefährtin Madeleine Bejart aus und feiert rauschende Erfolge. Mit der Zeit werden seine Stücke immer bissiger, er nimmt die Kirche, das Leben am Hof, das bürgerliche Milieu, verschiedene Berufsstände, schlicht alles, was ihm in den Sinn kommt, aufs Korn.
Der Dichter, Schauspieler und Theaterleiter führt ein Leben zwischen Lobeshymnen und Skandalen, die einen schrecklichen Höhepunkt finden, als er selbst alternd und verbittert die junge Tochter Madeleines heiratet.

Molière stirbt 51-jährig während einer Aufführung seiner Komödie „Der eingebildete Kranke“, in der er selbst die Titelrolle spielt. Für unser Sommertheater auf Schloss Wasseralfingen verknüpfen wir diese Vita mit Ausschnitten aus Molières Werken, um so die Geschichte eines Lebens für das Theater zu erzählen.

Jean-Baptiste Poquelin wurde im Januar 1622 in Paris als ältester Sohn eines königlichen Hoftapezierers und Kammerdieners geboren. Die Mutter starb früh, der Vater ließ ihn ein Jesuitenkolleg besuchen und Jura studieren. Mit 21 Jahren begegnete Jean-Baptiste der Schauspielerin Madeleine Bejart, die ihn in seiner Absicht bestärkt, eine Komödiantentruppe aufzustellen. Gesagt, getan: Gegen den Willen des entsetzten Vaters gründete er noch im selben Jahr (1643) seine eigene Kompanie und nannte sich fortan „Molière“. Dem Konkurs seines „Illustre Theatre“ in Paris folgten Jahren in der Provinz. 1658 brachte eine Einladung an den königlichen Hof den Durchbruch. Über zwei Dutzend Stücke verfasste der Komödiendichter, von denen zahlreiche zu Klassikern des französischen und des Welttheaters wurden. Aus seiner Theatertruppe, die nach seinem Tode zunächst von seiner Frau Armande weitergeführt und später mit der des Hotel de Bourgogne zusammengelegt wurde, ging die bis heute größte Bühne von Paris, die ‚Comedie Francaise‘, hervor.

Fr, 30.06.17

 PREMIERE 
Schloss Wasseralfingen

20:30


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